Ortskundlicher Arbeitskreis Erzhausen
 

KulTOUR

Hans Schmidt führt eine kleine Gruppe Erzhäuser Bürger durch das historische und kulturelle Zentrum von Erzhausen

7. August 2026

Was ist die KulTOUR?
 

Hans Schmidt vom Ortskundlichen Arbeitskreis hat eine Führung entwickelt, die den historischen Ortskern Erzhausens auf ungewöhnliche Weise erlebbar macht. Auf einer Strecke von nur etwa 350 Metern wird die Entwicklung des Dorfes anhand von Gebäuden, Straßen, Plätzen und anderen sichtbaren Spuren erklärt.

Die Route führt durch den Bereich von Rhein-, Weiher- und Hauptstraße. Zu den Stationen gehören unter anderem:

das historische Fachwerkhaus in der Hauptstraße 9,
das Pfarrhaus,
die ehemalige Bürgermeisterei,
die alte Schillerschule mit dem Dorfmuseum,
das Kelterhaus des Obst- und Gartenbauvereins,
der ehemalige Dorfweiher bzw. der heutige „Bach von Erzhausen“,
sowie die evangelische Kirche, das älteste erhaltene Gebäude Erzhausens.

Besonders schön ist der Gedanke hinter der Führung:

Man muss nicht weit laufen, um weit in die Vergangenheit zurückzugehen.

Auf wenigen hundert Metern lässt sich nachvollziehen, wie sich Erzhausen vom kleinen Bauerndorf zur heutigen Gemeinde entwickelt hat.

 

Geschichte mit Geschichten

Die KulTOUR beschränkt sich nicht auf Jahreszahlen und Baugeschichte. Hans Schmidt verbindet Architektur, Alltag, Wirtschaft, Kirche, Kultur und persönliche Geschichten miteinander. Dadurch wird aus einem Spaziergang eine kleine Zeitreise.

Die Führung dauert in der kompakten Form etwa eine Stunde, kann aber auch ausführlicher gestaltet werden und rund zwei Stunden dauern. Sie lässt sich individuell an die Interessen der jeweiligen Gruppe anpassen.

 
Hans Schmidt schreibt selbst:
 

350 Meter KulTOUR – Gesichter von Erzhausen entdecken


Geschichte, Kultur und Identität zwischen Weiherstraße und Wixhäuser StraßeIm Oberdorf ist der Wandel von Bauen und Wohnen noch zu erfahren (1). Es geht weiter zum alten Weihergraben mit viel Geschichte und vielen Geschichten (2) und dann zum Beginn der Hauptstraße mit Blick ins Ober- und Unterdorf und die alte kulturelle Mitte (3). Dort gibt es die allerälteste Geschichte zu bestaunen mit den vielen Mauern und der Schillerschule aus den 250 Millionen Jahre alten „rauen Steinen“. Zum Umfeld gehören auch der alte Schulhof, das große Fachwerkhaus, das Pfarrhaus, die alte Kronenwirtschaft und mehr (4). Die Tour führt in das Dorfmuseum mit zahlreichen Exponaten zur Ortsgeschichte und mit einer in der Region einmaligen Sammlung an Konversionsobjekten der Nachkriegszeit (5) und weiter zur tausendjährigen evangelischen Kirche, die im Barock zu einer typischen protestantischen Dorfkirche umgebaut wurde (6). Abschließende Gesprächsrunde hier oder im Dorfmuseum.

 

Erzhausen hat sich in den rund 80 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs tiefgreifend verändert: Aus einem kleinen Arbeiterbauerndorf mit etwa 2.500 Einwohnern ist eine lebendige Gemeinde mit rund 8.000 Menschen im Rhein-Main-Gebiet geworden. Und doch wirkt der Ort auf den ersten Blick für viele unscheinbar – fast so, als hätte die große Geschichte hier nur leise Spuren hinterlassen.

Genau hier setzt die KulTOUR an: Auf nur 350 Metern eröffnet sich ein neuer Blick auf Erzhausen. Der Weg durch den alten Ortskern verbindet das Oberdorf und das Unterdorf und macht Wandel und Herkunft zugleich sichtbar. Während im Oberdorf die Veränderungen der letzten Jahrzehnte besonders deutlich werden, hat sich im Unterdorf ein Stück des historischen Ortsbildes bewahrt.

An sechs ausgewählten Stationen werden Spuren im heutigen Ortsbild lebendig: Sie erzählen von Alltag und Arbeit, von Architektur und Kirche, von kulturellen Entwicklungen sowie von kleinen und großen Geschichten, die Erzhausen geprägt haben. Der Ort war bis nach dem letzten Krieg nur über die geschotterte Bahnstraße zu erreichen. In die Nachbarorte führten nur unbefestigte Feldwege. Man fühlte sich in vieler Hinsicht abgehängt. So galt Erzhausen früher oft als „Aschenputtel“ unter den umliegenden Gemeinden Gleichzeitig entwickelte sich daraus aber auch eine eigene Identität und Vereins- und Ehrenamtskultur.

Erzhausen besitzt die kleinste Gemarkung im Landkreis Darmstadt-Dieburg, geprägt von sandigen, eher kargen Böden. Die regenarme Lage in der Rheinebene und die fehlenden natürlichen Ressourcen bestimmten lange das Leben der Menschen. Viele Familien lebten bis nach dem Zweiten Weltkrieg als sogenannte Arbeiterbauern – sie bewirtschafteten kleine Flächen und gingen zusätzlich einer Erwerbsarbeit nach.

Heute profitiert Erzhausen von seiner guten Verkehrsanbindung und der waldreichen Umgebung und präsentiert sich als „Gemeinde mitten im Grünen“. Gerade weil es hier keine großen, dominierenden Bauwerke und nur wenige spektakuläre Sehenswürdigkeiten gibt, lohnt sich der genauere Blick: Denn die Geschichte eines Ortes zeigt sich nicht nur in Monumenten, sondern vor allem in den gewachsenen Strukturen, den Veränderungen und den Geschichten der Menschen.

Die KulTOUR lädt dazu ein, diese oft verborgenen Facetten zu entdecken – und Erzhausen neu kennenzulernen: als Ort mit eigenem Charakter, mit Wandel und mit vielen Gesichtern.
 

 
Hier nun einige Bilder von der KulTOUR am 7.8.2026:

Um 16 Uhr hatten sich alle Teilnehmer an der Führung im Hof des
Anwesens Rheinstraße 4, dem Geburtshaus von Hans Schmidt, eingefunden:

Dann begann Hans Schmidt auch gleich mit der Führung.

Auf dem Weg zur nächsten Station ein Blick zurück zum Haus der ehemaligen Bäckerei Winkler:

Station Weihergasse bzw. Weihergraben und Kelterhaus des OGV Erzhausen:

An der Kreuzung Bahnstraße / Weihergasse / Hauptstraße befindet
man sich an der Schnittstelle zwischen Unter- und Oberdorf:

Danach geht es weiter in die Hautstraße:

Das alte Fachwerkhaus "Haus Berck":

Die alte Schillerschule mit dem Museum:

Die Gruppe ist nun an der evangelischen Kirche angekommen:

 
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Die kompakte KulTOUR dauert etwa eine Stunde, die ausführliche Variante rund zwei Stunden. Beide Führungen werden individuell auf die Interessen und zeitlichen Vorstellungen der Teilnehmenden abgestimmt.

Die große Resonanz zeigt, wie gut das Angebot angenommen wird. Auch bei dieser Führung war das Interesse der Teilnehmenden groß. Mit seiner lebendigen, kenntnisreichen und humorvollen Art verstand es Hans Schmidt, Geschichte anschaulich und unterhaltsam zu vermitteln. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen spiegeln die Begeisterung der Besucher wider und haben bereits zu weiteren Anmeldungen für kommende KulTOURen geführt.


 

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