Ortskundlicher Arbeitskreis Erzhausen
 

KulTOUR

Hans Schmidt führt die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung durch das historische und kulturelle Zentrum von Erzhausen

20. Mai 2026

KulTOUR - Gesichter von Erzhausen entdecken
Eine Führung durch das historische und kulturelle Zentrum Erzhausens

(gw/hs) Erzhausen war über Jahrhunderte nur ein kleines, unbedeutendes Dorf mit nur sehr wenigen Einwohnern. Aus den bescheidenen Anfängen entwickelte sich die heutige Gemeinde, deren Geschichte an vielen Stellen noch sichtbar ist. Das historische Zentrum des Ortes erstreckt sich rund um die Rhein-, Weiher- und Hauptstraße und bewahrt bis heute zahlreiche Zeugnisse vergangener Zeiten. Hier befinden sich der Weihergraben, mehrere gut erhaltene Fachwerkhäuser, die ehemalige Bürgermeisterei sowie die Schillerschule mit ihrem Dorfmuseum. Zum historischen Ensemble gehören außerdem der alte Schulhof, das Pfarrhaus, die über tausend Jahre alte evangelische Kirche, die ehemalige Kronenwirtschaft und weitere Gebäude, die vom Leben und Arbeiten früherer Generationen erzählen.

Seit Kurzem bietet Hans Schmidt vom Ortskundlichen Arbeitskreis Erzhausen eine besondere Führung durch das historische Erzhausen an, der er den Namen „KulTOUR“ gegeben hat. Auf einer Strecke von nur 350 Metern vermittelt diese „KulTOUR“ anschaulich den Wandel des Ortes im Laufe der Zeit. Im Oberdorf wird die Entwicklung des Ortsbildes sichtbar, während im Unterdorf die historische Dorfmitte noch heute deutlich erkennbar ist. Sechs Informationsstationen verbinden sichtbare Spuren im alten Ortskern mit spannenden Einblicken in Alltag, Architektur, Kultur, Kirche sowie in die Geschichte und Geschichten Erzhausens.

Auf Initiative von Hans Schmidt nahmen am Mittwoch, 20. Mai 2026, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung an dieser KulTOUR teil. Rund 30 Personen trafen sich an der Ecke Rhein- und Weiherstraße vor dem Haus Rheinstraße 4, dem Geburtshaus von Hans Schmidt. Dort begann die Führung mit einer Einführung in die Geschichte des Ortes.

Erzhausen besitzt die kleinste Gemarkung aller Kommunen im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Große Teile der landwirtschaftlichen Flächen bestehen aus ertragsarmen Sandböden, die heute besonders für den Spargelanbau genutzt werden. In der niederschlagsarmen Rheinebene ist eine Bewässerung vieler Kulturen notwendig. Gleichzeitig sorgt die waldreiche Umgebung dafür, dass Erzhausen als „Gemeinde mitten im Grünen“ gilt. In Verbindung mit der guten Verkehrsanbindung hat sich der Ort zu einer beliebten Wohngemeinde im Ballungsraum Rhein-Main entwickelt.

Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war Erzhausen jedoch vergleichsweise abgelegen. Von der heutigen Bundesstraße 3 führte lediglich eine geschotterte Chaussee ins Dorf, und die Nachbarorte waren nur über Feld- und Waldwege erreichbar. Auch der Bahnhof lag rund anderthalb Kilometer vom Ortszentrum entfernt. Spontane Ausflüge oder Besorgungen waren daher nur schwer möglich. Diese Abgeschiedenheit förderte jedoch ein lebendiges Vereinsleben und ein starkes Gemeinschaftsgefühl, das bis heute spürbar ist.

Die wirtschaftliche Struktur des Ortes war über lange Zeit von Klein- und Kleinstbetrieben geprägt. Neben einigen größeren Bauernhöfen dominierten sogenannte Arbeiterbauern, die Landwirtschaft und Erwerbsarbeit miteinander kombinierten. Diese „duale Wirtschaft“ sicherte vielen Familien ein bescheidenes, aber krisenfestes Einkommen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten trug die Landwirtschaft wesentlich zum Überleben bei; in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg führte das steigende Erwerbseinkommen zu wachsendem Wohlstand.

Früher galt Erzhausen in der Region als eher unbedeutend und wurde nicht selten belächelt. Aus diesem einstigen „Aschenputtel“ ist jedoch eine attraktive und lebenswerte Gemeinde geworden.

Nach der Einführung führte Hans Schmidt die Gruppe durch die Weiherstraße zur Hauptstraße. Stationen waren unter anderem das Kelterhaus des Obst- und Gartenbauvereins, der ehemalige Dorfweiher – heute als „Bach von Erzhausen“ bekannt –, das Fachwerkhaus in der Hauptstraße 9, das Pfarrhaus, die alte Bürgermeisterei und die Schillerschule mit ihrem Museum.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Evangelischen Kirche, dem ältesten erhaltenen Gebäude Erzhausens. Dort erhielten die Teilnehmenden zahlreiche interessante Informationen zur Baugeschichte und zur Bedeutung des Gotteshauses für die Gemeinde. Anschließend ging es zurück zur Schillerschule, wo weitere Erläuterungen zur Ortsgeschichte und zu den Exponaten des Museums auf dem Programm standen.

Den Abschluss bildete ein gemütliches Beisammensein in den Räumen der Kinder- und Jugendförderung in der Schillerschule. Dabei bot sich Gelegenheit zum Austausch über die Führung sowie zum Teilen eigener Erinnerungen und Geschichten.

Jeder Ort besitzt eine unverwechselbare Identität, geprägt von seiner Geschichte und den Menschen, die dort leben. Diese Besonderheiten Erzhausens sichtbar und erlebbar zu machen, ist das Ziel der KulTOUR. Sie richtet sich an Neu- und Altbürger gleichermaßen, die ihren Heimat- und Wohnort besser kennenlernen möchten.

Die kompakte KulTOUR dauert etwa eine Stunde, die ausführliche Variante rund zwei Stunden. Beide Führungen werden individuell an die Interessen und zeitlichen Wünsche der Teilnehmenden angepasst.

Dass das Konzept großen Anklang findet, zeigte sich auch bei dieser Veranstaltung. Das Interesse war erneut sehr groß, und die lebendige, humorvolle Vortragsweise von Hans Schmidt sorgte für viel Freude. Die positiven Rückmeldungen haben bereits zu weiteren Anmeldungen für kommende Führungen geführt.

 

 
KulTOUR
 
Die Führung sollte um 11 Uhr an der Kreuzung Rhein- und Weiherstraße beginnen. Hans Schmidt wartete hier im Hof des Anwesens Rheinstraße 4, das Haus, in dem er 1937 geboren worden war:
 

 

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Pünktlich kamen die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung zu Fuß am Treffpunkt an:
 

 
Alle Teilnehmer waren angekommen, die Führung konnte beginnen.
Zunächst begrüßte Bürgermeisterin Claudia Lange die Teilnehmer:
 

Hans Schmidt konnte nun mit seinem Vortrag beginnen:

Gerhard Kraft (OAK) assistierte und zeigte
großformatige Bilder passend zum Vortrag von Hans Schmidt:

 
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Die Gruppe wanderte nun durch die Weiherstraße zum Kelterhaus
des OGV Erzhausen, wo Hans Schmidt seinen zweiten Vortrag hielt:
 

 
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Es ging weiter zur Kreuzung Weiher-, Bahn- und Hauptstraße, nach
einigen Informationen gingen alle weiter in Richtung Schillerschule:

Blick zurück in die Weiherstraße:

Vorbei am Fachwerkhaus des "Bercke-Schorsch":

 
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Im Schulhof der alten Schillerschule hielt Hans Schmidt den nächsten Vortrag:
(Nach dem Vortrag im Schulhof besuchte man noch nicht das
Museum, das sollte ganz zum Schluss am Ende der Führung erfolgen)

 
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Es ging weiter zur evangelischen Kirche, hier hielt Hans Schmidt seinen nächsten Vortrag.
Dabei unterstützte ihn Prof. Frank Oppermann von der Hochschule Darmstadt:
 

Nach einführenden Informationen ging es in den Kirchgarten:

Im Inneren der Kirche folgte ein weiterer Vortrag:

Links im Vordergrund das alte Taufbecken:

Wer wollte, konnte auch über enge Treppen zum Glockengestühl hochklettern:

Blick auf den Altar:

Seitentür auf Höhe des Altars: Die "Wetzsteine" neben dem Eingang:

Letzte Informationen im Vorraum:


Nach dem Ende der Führung durch die Kirche trafen sich die
Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung zu einem Gruppenbild:
 
 

Von der Kirche ging es nun wieder zurück zum Museum, wo
Hans Schmidt im 1. Obergeschoss einen Vortrag über die
Geschichte und die besonderen Exponate des Museums hielt:

 

Am Ende der spannenden Führung durch das historische und kulturelle
Zentrum Erzhausens dankte Bürgermeisterin Claudia Lange für diese ganz
besondere Aktion und wünschte der KulTOUR weiterhin viel Erfolg!

 
Inzwischen war es Mittag geworden, man hatte viele Informationen aufgenommen und war viel gelaufen. Den Abschluss bildete nun ein gemütliches Beisammensein mit einer großzügigen Portion Pizza in den Räumen der Kinder- und Jugendförderung in der Schillerschule. Dabei bot sich Gelegenheit zum Austausch über die Führung sowie zum Teilen eigener Erinnerungen und Geschichten.
 

 

Die kompakte KulTOUR dauert etwa eine Stunde, die ausführliche Variante rund zwei Stunden. Beide Führungen werden individuell auf die Interessen und zeitlichen Vorstellungen der Teilnehmenden abgestimmt.

Die große Resonanz zeigt, wie gut das Angebot angenommen wird. Auch bei dieser Führung war das Interesse der Teilnehmenden ausgesprochen groß. Mit seiner lebendigen, kenntnisreichen und humorvollen Art verstand es Hans Schmidt, Geschichte anschaulich und unterhaltsam zu vermitteln. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen spiegeln die Begeisterung der Besucher wider und haben bereits zu weiteren Anmeldungen für kommende KulTOURen geführt.